Nähere Informationen zu den einzelnen 14 Nothelfern:
1. Margareta von Antiochia
Geweihte Jungfrau und Märtyrerin um das 3. - 4. Jhdt. n. Chr.
Margareta war die Tochter eines heidnischen Priesters und wurde von einer christlichen Amme erzogen. Als der Vater die Hinwendung der Tochter zum christlichen Glauben bemerkte, denunzierte er sie beim Stadtpräfekten. Sie sollte mit Fackeln versengt und in Öl gebraten werden. Als sie bei dieser Prozedur unverletzt geblieben sein sollte, wurde sie enthauptet.
Es gibt mehrere Überlieferungen bzw. Mythen über Margareta.
Gedenktag ist der 17. Juli
Angerufen wird sie zur Hilfe für Schwangere und Gebärende.
2. Christophorus der „Christusträger“
Märtyrer und Heiliger (starb um 250 n. Chr.)
Es gibt nur wenige Fakten über das Leben des Hl. Christophorus. Er soll in einer römischen Militäreinheit gedient haben, wurde zum Christentum bekehrt und hat dafür das Martyrium erlitten. An vielen Außenseiten von Kirchen wurde er als Christusträger weit sichtbar gemacht. Die Legende besagt: Ein frommer Blick auf dieses Bild sollte den Betrachter für diesen Tag vor dem jähen Tod bewahren.
Als Schutzpatron wird er von Reisenden, gegen die Pest, für Rettung aus großer Gefahr, gegen Dürre und Unwetter angerufen und von Seefahrern, Buchbindern, Straßenwärtern, Bogenschützen und Obst- und Gemüsehändlern verehrt.
3. Pantaleon
Frühchristlicher Märtyrer und Heiliger (ca. 3. Jhdt. n. Chr.)
Pantaleon war der Sohn einer Christin und eines Heiden. Er wurde vom Leibarzt des Kaisers in der Heilkunst unterwiesen und zum christlichen Glauben hingeführt. Seine Heilkunst bewirkte Wunder. Da er sich weigerte zu den alten Göttern zurückzukehren, erlitt er den Märtyrertod durch viele grausame Foltermethoden.
Der Verehrungskult breitete sich im 11. und 12. Jhdt aus (Kirche St. Pantaleon in Köln) und erreichte im 14. Jhdt seinen Höhepunkt.
Er gilt als Schutzpatron der Ärzte, Ammen und Hebammen und wird bei Kopfschmerzen, Auszehrung, Verlassenheit und Viehkrankheiten angerufen.
4. Katharina von Alexandrien
Geweihte Jungfrau, Märtyrerin (3. - 4. Jhdt. n. Chr.)
Der Legende nach war Katharina die Tochter des heidnischen Königs Costus, lebte in Alexandria und wurde von einem Eremiten zum christlichen Glauben geführt. Ihre Hartnäckigkeit büßte sie mit Folter (Rad mit Sägen und Nägeln bespickt) und wurde enthauptet.
Sie ist Schutzpatronin und Namensgeberin von vielen Städten, Kirchen, Klöstern, Bildungseinrichtungen und Universitäten.
Die Liste der Berufsgruppen, die sie als Beschützerin ausgewählt haben, ist sehr lang: Frauen, Philosophen, Theologen, Lehrer, Studenten, Notare, Müller, Friseure, Waffenschmiede, Scherenschleifer und viele weitere.
5. Vitus (Veit)
Heiliger und Märtyrer (Märtyrertod im Jahre 304 n. Chr.)
Der Legende nach gaben Veits Eltern ihn zur Erziehung an Crescentia und Modestus. Diese beiden waren Christen. Als sein Vater davon erfuhr, wollte er seinen Sohn vom Glauben abbringen. Vitus flüchtete mit seinen Zieheltern nach Lukanien. Trotz vieler Wunder wurde Veit mit Crescentia und Modestus in siedendes Öl geworfen, aus dem sie von Engeln gerettet wurden.
Der Hl. Veit ist der Patron der Lahmen und Blinden, der Schmiede, Gastwirte, Schauspieler, Apotheker, der Jugend und der Haustiere. Er wird angerufen, um bei Epilepsie, Tollwut und Schlangenbissen zu helfen.
6. Barbara von Nikomedien
Heilige und Märtyrerin – lebte im 3. Jhdt. n. Chr
Barbara lebte als Eremitin in einem Badehaus ihres Vaters. Als er von ihrer Zuwendung zum Christentum erfuhr, sprach ein Richter das Todessurteil aus. Der Vater selbst enthauptete Barbara und wurde daraufhin vom Blitz erschlagen.
Die Bergbauregionen Sachsen, Schlesien und Böhmen waren schon im Mittelalter von der Barbara Verehrung geprägt.
Sie gilt als Beschützerin vor Sprengunfällen, ist Schutzherrin aller Bergleute, der Artillerie, der Pioniere und Feuerwerker.
Als Schutzheilige wird sie von Architekten, Maurern, Zimmerleuten, Dachdeckern, Elektrikern, Glöcknern, Türmern und Glockengießern verehrt.
7. Dionysius von Paris
Bischof von Paris, Heiliger, Märtyrer (3. Jhdt. n. Chr.)
Vom Papst Fabianus wurde er als Missionar nach Gallien entsandt. Der römische Statthalter ließ ihn erfolglos quälen und schließlich enthaupten. Dionysius trug sein abgeschlagenes Haupt bis zum Märtyrerberg, auf dem er beerdigt werden wollte.
Er gilt als Nationalheiliger Frankreichs und Schutzpatron der französischen Könige. In Deutschland erfuhr er eine besondere Verehrung im Regensburger Kloster St. Emmeram.
Dionysius wird gegen Kopfschmerzen, Tollwut, Gewissensunruhe und Seelenleiden angerufen.
8. Georg
Heiliger und Märtyrer (3. – 4. Jhdt. n. Chr.)
Georg setzte sich für die unter Diokletian verfolgten Christen ein und wurde gefoltert. Die Drachenlegende besagt, dass er mit der Besiegung des Drachen, das Volk vom Bösen befreite.
Die Verehrung breitete sich im Vorderen Orient, Äthiopien, Ägypten im Hochmittelalter und im Spätmittelalter (13.–15. Jhdt) im gesamten europäischen Lebensraum aus. Bei der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer wurde er als „Soldat Christi“ bezeichnet.
Ca. 50 Länder, Regionen, Städte, Inseln, Adelsfamilien und Ritterorden feiern ihn als Schutzpatron.
Angerufen wird er gegen Fieber, ansteckende Krankheiten wie Aussatz und Pest, Kriegsgefahren, für das Vieh und für gutes Wetter.
Zahlreiche Berufe haben den Hl. Georg als Schutzpatron auserwählt, z.B. die Feuerwehr, Bauern, Bergleute, Gefangene, Pfadfinder, Schmiede bis hin zu den Wanderern.
Im Land Tirol wird er neben dem Hl. Josef als 2. Schutzpatron geführt.
Diese Kirche (St. Nikolaus) wurde dem Hl. Georg und dem Hl. Nikolaus geweiht. Viele Jahre wurde ein Doppelpatrozinium gefeiert. Erst im 16. Jhdt hat man sich auf den Hl. Nikolaus allein geeinigt.
9. Achatius von Byzanz
Soldat und Märtyrer (starb 303 n. Chr.)
Er diente als Hauptmann in der römischen Armee. Wegen seines christlichen Glaubens wurde er gefoltert, an Pfähle gefesselt, gegeißelt und enthauptet. Der Legende nach wurde sein Leichnam in einem Sarg ins Meer geworfen, der Sarg ging aber nicht unter und die Wellen brachten den Sarg zur Küste Kalabriens. Dort wird er besonders in Squillance und später im deutschen Raum (Hirsau und Weingarten) verehrt.
Achatius ist der Schutzpatron der Soldaten. Er wird aber auch gegen Kopfweh, Todesängste, in ausweglosen Lagen und zur Stärkung bei Zweifeln angerufen.
10.Erasmus von Antiochia
Bischof, Märtyrer, Heiliger (240 – 303 n. Chr.)
Er wirkte als Bischof in Antiochien, musste wegen der Christenverfolgung seine Diözese verlassen und zog sich auf einen Berg zurück, wo er sieben Jahre lang von einem Raben ernährt wurde. Er kehrte in sein Bistum zurück und wurde gefoltert (Ausdärmen). Deshalb wird Erasmus oft mit einer Spindel mit Därmen dargestellt. Auch in der Sakristei von St. Nikolaus gibt eine solche Darstellung.
Er wird als Schutzheiliger gegen Feuersbrunst, als Patron für Seefahrer, Drechsler, Helfer bei Krämpfen, Koliken, Unterleibs- und Magenkrankheiten sowie bei Geburten und Krankheiten der Haustiere angerufen.
11. Blasius von Sebaste
Heiliger und Märtyrer (starb 316 n. Chr.)
Blasius lebte als Arzt in Sebaste und wurde aufgrund seiner Hilfsbereitschaft und Toleranz gegenüber Heiden zum Bischof gewählt. Er lebte aufgrund einer Christenverfolgung in einer Höhle, wurde entdeckt und vom Statthalter Agricola gequält. Da er dem christlichen Glauben nicht entsagte, wurde er enthauptet.
Er gilt als Schutzpatron der Ärzte, Weber, Schneider, Gerber, Wachszieher, Blasmusiker, Seeleute, Bogenschützen und Busfahrer. Er ist Vieh- und Wetterpatron und wird bei Halsleiden angerufen, da er einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, rettete.
12. Ägidius
Heiliger, Einsiedler und Abt (lebte 640 – 720 n. Chr.)
Ägidius stammt aus einer „noblen“ Athener Familie und starb als einziger der 14 Nothelfer nicht den Märtyrertod. In Abbildungen wird Ägidius als Einsiedler oder Benediktinermönch mit Krummstab, vom Pfeil getroffen und in Begleitung einer Hirschkuh - die er beschützte - dargestellt.
Er gilt als Schutzpatron für viele Städte, wie auch als Schutzpatron für Bettler und Krüppel. Seine Hilfe wird bei Pest, Aussatz, Krebs, bei Dürre, Sturm, Feuersbrunst, in geistiger Not und Verlassenheit, gegen Fallsucht und Geisteskrankheiten sowie Unfruchtbarkeit von Menschen und Tier angerufen.
13. Cyriacus
Diakon, Heiliger und Märtyrer (starb um 303 n. Chr.)
Cyriacus wurde zum Diakon (heute vergleichbar mit Generalvikar) geweiht. Trotz Heilung der Kaisertochter als Arzt wurde er als Christ verfolgt, mit siedendem Öl übergossen und starb den Märtyrertod.
Er wird oft mit einem Teufel, den der Heilige fesselt und an einer Kette führt, dargestellt.
Zahlreiche Kirchen und Klöster sind nach ihm benannt.
Er gilt als Schutzpatron für Winzer, als Wetterheiliger, gegen böse Geister, Besessenheit, Versuchung und Skrupel.
14. Eustachius, der „Standfeste“
Frühchristlicher Märtyrer (starb 118 n. Chr.)
Er war Heermeister einer Legion in Kleinasien. Bei der Jagd begegnete ihm ein Hirsch, der ein strahlenumwobenes Kruzifix trug. Er hörte auch die Stimme Christi, daraufhin ließ er sich und seine ganze Familie taufen. Eustachius durchlief viele Prüfungen, blieb aber seinem Glauben treu. Als Strafe wurden er und seine Familie in kochendes Wasser gestoßen.
Eustachius wird bei Trauerfällen und in schwierigen Lagen angerufen.
Er gilt als Schutzpatron der Jäger, Schützenbruderschaften und auch der Akademischen Jägerschaften.





