Text-Bild-Meditationen
Der Sonne entgegen
Jetzt im Winter sind die Nächte lang und kalt, wir sprechen von der "kalten Jahreszeit." In manchen Ortschaften Osttirols geht die Sonne wochenlang nicht auf. Sehnsuchtsvoll gehen die Blicke in die Höhe, wo die Bergspitzen im Sonnenlicht ins Tal hinunter leuchten.
So manch einer geht der Sonne entgegen. Endlich - das Sonnenlicht taucht den ganzen Körper in ein goldenfarbenes Licht. "Setze dich hin und genieße! Lass die Sonne in dein Gesicht leuchten", denke ich mir. Ich spüre die Wärme auf meiner Haut. Die Sonnenstrahlen dringen in mich ein und erhellen mein ganzes Gemüt. Die Sonne vermag den ganzen Körper zu erhellen und zu erwärmen. Ein wunderschönes Gefühl.
Wenn ich hier vor der schneeverschneiten Almhütte sitze und mein Gesicht der wärmenden Sonne entgegenhalte, erfüllt mich ein Gefühl der Dankbarkeit. Irgendwann denke ich mir: da meint es jemand gerade ganz gut mit mir. Wie ein Geschenk - jeder Moment, jede Minute. Und plötzlich kommt mir das Lied in den Sinn, das der Kinderchor neulich gesungen hat: "Gottes Liebe ist wie die Sonne, sie ist immer und überall da. Streck dich ihr entgegen, nimm sie in dich auf. Niemals wird eine Wolke zwischen dir und Gottes Liebe sein. Sie kann dich verändern, heute, wenn du willst. Gib die Liebe weiter, an den, der sie nicht kennt." (Gerd Fuster 1970)
Plötzlich beginnen die Gedanken wieder zu kreisen: Ohne Sonne können wir nicht leben. Ohne Sonne gibt es kein Licht. Ohne Sonne ist es eiskalt. Durch die Sonne gibt es Wärme, Licht und Leben. - Wenn Menschen Herzlichkeit und Wärme "in sich tragen" und weitergeben, dann wird es auch in so manchen Herzen heller. Wenn Menschen sich von Gott - der ewigen Sonne - "erwärmen" lassen, dann ist Gottes Liebe überall da.




