Ein herzliches Grüß Gott, geschätzte Pfarrgemeinden im Seelsorgeraum!
...auf dem Weg.... mit Fragen - mit/ohne Antworten?
Wieder geht ein Schuljahr zu Ende. Die Ferienzeit steht bevor. Für viele Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen endet nun wieder ein Schuljahr, mit vielen schönen Erlebnissen, Erfahrungen, mit einem Weg, den sie zusammen gegangen sind, mit Höhen und vielleicht auch Herausforderungen…. können wir am Ende doch "Danke" sagen?
Für mich persönlich ist jedes Schul-/Arbeitsjahr, die Zeit - die Lebenszeit überhaupt - wie ein Weg. Jeder und jede von uns geht ihn. Seit unserer Geburt sind wir auf dem Weg. Und auf diesem Weg sollten wir zu dem werden, zu dem wir von Gott her "berufen" sind. Gott hat uns "erdacht", hat uns einen "Lebensplan" mitgegeben, er hat uns dorthin gestellt, wo wir jetzt gerade sind. Vielleicht lassen sich so manche Herausforderungen des Alltags leichter bewältigen, wenn wir mit dem Gedanken daran gehen, dass vieles nicht bloß " Zufall" ist... Wir alle sind irgendwie auf dem Weg - auf dem Weg zu sich selbst.
Christa Spilling- Nöker schreibt:
Auf dem Weg zu sich selbst
Die Schwere vergangener Tage freigeben können
und sich dankbar erinnern an das, was an Beglücktem geschah.
Gespannt und in guter Hoffnung warten auf das, was die Zukunft an Überraschendem in sich birgt.
Zwischen gestern und morgen die Zeit füllen mit dem,
was das Herz im Augenblick bewegt.
Mit den Füßen auf der Erde, mit den Träumen schon im Himmel
und beflügelt selbst dabei auf dem Weg zu sich selbst.
Manchmal kann der Weg zu sich selbst ein langer Weg sein. Einige Menschen erzählen mir in privaten Gesprächen, wie sehr sie nach dem Sinn ihres Lebens gesucht haben, wie sehr sie auch nach Gott gefragt haben: ob er wohl da ist? Ob es ihn überhaupt gibt?
Und da begegnen uns Menschen, die sagen: "Den Himmel - Gott - gibt es nicht." Und dann gibt es Menschen, die sagen: "Der Himmel ist in dir. Gott ist überall!" Wer hat Recht?
Es gibt Menschen, die nicht nur vom Himmel oder von Gott reden, sondern die durch ihre Art zu leben zeigen: Es gibt etwas, das man nicht in Worte fassen kann....
Vor kurzem habe ich ein Buch geschenkt bekommen, indem verschiedene Menschen eine ganz persönliche Antwort auf die Frage geben: "Wer ist dein Gott?" Der Jesuit Lukas Ambrazieujus gibt darauffolgende Antwort:
"Gott ist mir also zunächst ein ganz zarter, feinfühliger Freund. [...] Gott hat mir gezeigt, dass er mir in der Wirklichkeit begegnen möchte, und deshalb suche ich jeden Abend diese Wirklichkeit, wenn ich die Hände zusammenfalte und einen Rückblick auf den vergangenen Tag werfe. Dort zeigen sich mir Gespräche, Begegnungen, Gefühle, Stimmungen usw., die eine bestimmte Botschaft über mich selbst und über Gott in sich bergen. Diese Botschaften sind Ermutigungen oder Bestätigungen, die mich in diese oder jene Richtung bewegen bzw. die schon eingeschlagene Richtung zu bewahren versuchen. Mittlerweile gibt es jeden Tag eine solche Fülle an Botschaften, die von Gott geschenkt werden, dass ich, ganz überwältigt, meine Hände wieder entfalte und alle diese empfangenen Ermutigungen und Bestätigungen zurück in seine Barmherzigkeit vertrauensvoll versenke. Mich tröstet dann sein Wort: "Was ich in dir angefangen habe, werde ich auch vollenden." Und dieses Wort richtet sich auch an jeden, der diese Zeilen liest."
.... Wir sind auf dem Weg - auf dem Lebensweg und auf dem Glaubensweg - nicht allein. EINER geht mit. Ein stiller Weggefährte und ein treuer Freund. Mit diesen Gedanken lade ich alle Leserinnen und Leser ein, jeden Tag nach IHM zu suchen. Die Frage ist am Abend: "Was wollte ER mir sagen - in den heutigen Gesprächen, Begegnungen, Gefühlen, Stimmungen...?" - Und vielleicht hast du ja ganz plötzlich am Abend die Antwort auf die Frage am Morgen: "Wer ist dein Gott?"
So wünsche ich allen eine schöne Sommer- und Ferienzeit, alles Gute und gute Erholung und Gottes Segen, ganz herzlich Dekan Ferdinand ☺️




